Strahlenschäden beim Menschen
Eine Bewertung von Joachim Gruber
Die Frage nach der Schwere der Strahlenschäden durch Fukushima
und insbesondere nach dem Wahrheitsgehalt unserer Informationsquellen
Vorwort:
Das Thema wird in zwei Lagern diskutiert. Die Wissenschaft scheint bei weitem noch nicht abgeschlossen zu sein.
(*) Lager 1: Strahlenschäden beschränken sich auf Krebs und Erbgutschäden.
Hier finden sich die Institutionen des nklearen Establishments, also die International Atomic Energy Agency (IAEA), die International Commission on Radiological Protection (ICRP) und World Health Organization (WHO). Deren Einschätzungen berichtet die Presse, und auf ihr basieren auch die medizinischen Facharbeiten des nuklearen Establishments. Die Strahlenschutzgrenzwerte sind von der ICRP explizit so angesetzt worden, daß Nuklearmedizin und Nuklearindustrie möglich sind.
(*) Lager 2: Strahlenschäden erfassen den gesamten Körper.
Hier finden sich die Nuklearkritiker.
Bisher ist ein Problem, daß die Beiträge des Lagers 2 eine schwache naturwissenschaftliche Basis haben, ähnlich wie die alternative Medizin. Die wissenschaftliche Diskussion ist nicht abgeschlossen.
Wikipedia lief zur Zeit seiner Anfänge nach meinem Dafürhalten auch Gefahr, in eine solche Nische zu geraten. Daß Wikipedia so verläßlich geworden ist, liegt nach unserer Meinung daran, daß sich so viele Menschen unentgeltlich beteiligt haben. Darauf geht Micah Sifry ein: The Impact of Social Web Technologies, breitband, Deutschlandradio Kultur, 12.2.2011 (im Cache, Transskript).
Ich würde die Äußerungen des Lagers 2 als warnenden Gegenpol zu denen aus Lager 1 werten. Im Anhang gebe ich drei Lager-2-Antworten (I - III) auf die Frage nach den Schäden durch den Unfall in Tschernobyl.
Der Schaden in Fukushima wurde bisher nur in Lager 1 quantifiziert. Diese Bemessung wird in Lager 2 als Spitze des Eisbergs bezeichnet.
I. Chernobyl: Consequences of the Catastrophe for People and Nature
Janette Sherman hat einen Report aus dem Russischen übersetzt, in dem 3 russischen Herausgeber mehr als 5000 russische Berichte zusammengefaßt haben. Die New York Academy of Sciences hat ihn (vor Fukushima) publiziert:
Chernobyl: Consequences of the Catastrophe for People and Nature, Wiley Blackwell (2010).
Alexey V. Yablokov (Editor), Vassily B. Nesterenko (Editor), Alexey V. Nesterenko (Editor), Janette D. Sherman-Nevinger (Editor)
look inside the book
Darin stellen die russischen Autoren fest, daß bisher mehr als 1 Million Menschen an den Strahlenschäden nach dem Unfall in Chernobyl gestorben sind.

Quelle: Figure 1 in Lange, R., Dickerson, M.H. & Gudiksen, P.H., Dose Estimates from the the Chernobyl Accident, Nucl. Techn. 82: 311-322, 1987. UCRL-96934 Preprint, CONF - 871101 -- 78, invited Paper, American Nuclear Society 1987 Winter Meeting, Nov. 15-19 in Los Angeles, CA.(in cache), reprinted in Alexey V. Yablokov,Vassily B. Nesterenko, Alexey V. Nesterenko, Chernobyl: Consequences of the Catastrophe for People and the Environment
Helen Caldicott hat in einem Interview mit Janette Sherman formuliert: "Wir sehen erst die Spitze des Eisbergs." Und das habe hauptsächlich folgende Gründe (wie ich aus dem langen Interview herausgehört habe):
II. Vorläufer-Bericht zu 1
The Chernobyl Catastrophe: Consequences on Human Health (im Cache)
Herausgeber: A. Yablokov, I. Labunska, I. Blokov,
Report editiert von D. Santillo, P. Johnstone, R. Stringer, T. Sadownichik
Greenpeace 2006
III. Tschernobyl-Konferenz in Berlin, 2011
Meine Zusammenfassung sind Auszüge aus
"25 Jahre Folgen der Tschernobyl-Katastrophe: Bilanz gesundheitlicher und ökologischer Schäden"
Internationaler Kongreß, 6. - 8. April 2011, Berlin (im Cache)
Herausgeber: Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.
Version: 11. Dezember 2011