Material zur Vollversorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien:
Die Sicht eines Fachfremden
von Joachim Gruber
Zusammenfassung
Mir als in diesem Gebiet Fachfremdem scheint, die These: "Atomausstieg ist klimaverträglich, sicher, bezahlbar" wird quantitativ, d.h. mit Zahlenmaterial,
Vergleiche dazu die Punkte 5 und 6 der Kleinen Anfrage der SPD im Bundestag zu den Aussagen des unten genannten Energiegutachtens.
Außerdem hat das Ökoinstitut e.V. zusammen mit der Prognos AG einen Bericht zu diesem Thema verfaßt: "Modell Deutschland" (im Cache).
Ein bisher vernachlässigtes Problem ist die Energiespeicherung. (Clemens Triebel, Energiespeicher_Batterie - im Cache, Stand Januar 2011)
Norbert Röttgen, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Zeit 5:08 Minuten - 5:45 Minuten im Podcast "Energiekonzept - nein danke?")
"In all den Szenarien, ob 4 Jahre Laufzeitverlängerung oder 28 Jahre Laufzeitverlängerung [der Atomkraftwerke], in allen Szenarien werden die genannten Ziele erreicht [Versorgungssicherheit, niedriger Strompreis, Klimaziele (80% Reduktion der CO2-Emissionen)], hat folglich die Laufzeit eine allenfalls marginale und keinesfalls entscheidende Bedeutung und Auswirkung."
1. Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU)
Olav Hohmeyer,
100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar" (im Cache).
Sachverständigenrat für Umweltfragen, "Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung", Sondergutachten, Januar 2011 (im Cache, Januar 2011), Kurzfassung für Entscheidungsträger (im Cache, August 2011)
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zugrundegelegtes Szenario 2.1a: Tab. 3-6 in SRU-Sondergutachten.
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Abbildung: Entwicklung der Stromgestehungskosten (= Investitions- plus Betriebskosten) für 100% Erneuerbare-Energien-Strom (EE-Strom).
Beispiel:
Szenario 2.1a ("DE-DK/NO 100% SV - 500"), Jahr 2050 (Tab. 3-6 in SRU-Sondergutachten), d.h. 100% Selbstversorgung Deutschlands aus dem Verbund Deutschland - Dänemark/Norwegen, jährlicher deutscher elektrischer Energieverbrauch: 509 TWh/a.
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Steinar Bysveen, Executive Vice President, Generation and Industrial Ownership, Statkraft (Statkraft: nach eigenen Angaben "der europaweit größte Produzent erneuerbarer Energie. Der Konzern baut und betreibt Wasser-, Wind-, Gas-, Solar- und Fernwärmekraftwerke und ist zudem ein bedeutender Akteur an den europäischen Energiehandelsbörsen. Darüber hinaus ist Statkraft in der Entwicklung weiterer innovativer Energielösungen tätig, wie z. B. Osmosekraftwerke. 2009 verzeichnete Statkraft einen Umsatz in Höhe von 2,9 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt etwa 3 400 Mitarbeiter in über 20 Ländern.")
Theo Geers, "Norwegens Wasserkraft soll es möglich machen - Grüne Batterien für Europa", Umwelt und Verbraucher, Deutschlandfunk, 30.8.2011:
Steinar Bysveen: "Um Ihnen ein Beispiel zu geben. Wir haben große Speicher, da können wir den Wasserspiegel 125 m herauf- oder herunterpegeln. Und wenn wir jetzt ein neues Stromkabel nach Deutschland legen würden, würde sich der Pegel in diesem Speichersee um gerade einmal 1 cm verringern, d.h. wir würden es gar nicht merken, weil unsere Speicherbecken so groß sind.
[J. Gruber: wahrscheinlich meint er das geplante 1400 MW Stromkabel zwischen Deutschland und Norwegen.]
Steinar Bysveen: "Die Speicherkapazität bei uns machen etwa die Hälfte aller Speicher in ganz Europa aus. Wir können über 80 TWh speichern. Das entspricht etwa 15 % der gesamten Stromproduktion in Deutschland. Das System ist zudem viel flexibler als in Deutschland, weil es sich um Wasserkraftwerke handelt, die wir sehr leicht herauf- und herunterregulieren können, um die Nachfrage jederzeit abzudecken."
Theo Geers: Sie können binnen Minuten von Null auf Höchstlast hochfahren oder auch die Laufrichtung ändern. Doch was fehlt, sind genügend Seekabel, die den Strom in beide Richtungen transportieren können. Ein neues, zweites Kabel sollte eigentlich schon 2015 in Betrieb gehen, jetzt könnte es sogar bis 2018 dauern.
Steinar Bysveen: "Es würde etwa 1.5 Milliarden Euro kosten, aber es ist eine Investition, die nicht nur Kosten verursacht, sondern auch Einkünfte bringt: Sie können uns mit billigem Strom versorgen, wenn Sie Überschüsse haben, wir können umgekehrt preiswerte Energie liefern, wenn bei Ihnen die Verbrauchsspitzen auftreten."
Theo Geers: Das rechnet sich selbst bei einem Wirkungsgrad von 70 %, weil 30 % der Ursprungsenergie in Norwegen für das Hochpumpen des Wassers verlorengehen. Zudem sind nicht nur Engpässe bei den Speichern bei dem Statkraft-Manager Steinar Bysveen ein Fremdwort. Anders als hierzulande sind in Norwegen die Speicher längst gebaut. Proteste gegen neue Speicherseen wie in Deutschland fürchtet Bysveen im ebenso umweltbewußten Norwegen deshalb nicht.
Steinar Bysveen: "Also für dem Stromaustausch sehe ich überhaupt keinen Engpass auf norwegischer Seite. Wenn wir uns aber zum Nettoexporteur aufschwingen würden, dann bekämen wir auch in Norwegen eine Debatte, ob wir neue Reservoire bauen. Das ist die große Frage, die Norwegen bewegt - aber jetzt reden wir über bestehende Speicherseen. Deren Umweltauswirkungen sind minimal, und deshalb sehe ich da auch keinen Engpass."
Blåsjø, 84.5 km2, 1055 m hoch, "The lake has an annual energy generation potential of about 7.8 TWh")
Windgeneratoren (Quelle: Wikipedia, Anteil der Windenergie an der deutschen Stromerzeugung)
Davon muß ein (zweistelliger) Bruchteil in Puffern zwischengespeichert werden, um Stromangebot und -Nachfrage zu synchronisieren.
German Trade & Investment, In Norwegens Wasserkraft fließen weitere Investitionen, 4.3.2011: "Mit einer Jahresproduktion von 120 bis 140 TWh ist Norwegen Europas größter und weltweit siebtgrößter Wasserkraftproduzent. Derzeit werden circa 60% des in Norwegen vorhandenen Wasserkraftpotenzials genutzt. Der Ausbau der Wasserkraft schreitet voran; eine Vielzahl kleinerer Wasserkraftwerke ist geplant." (im Cache)
2. Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES)
Yves-Marie Saint-Drenan, Amany von Oehsen, Norman Gerhardt, Michael Sterner, Stefan Bofinger, Kurt Rohrig "Dynamische Simulation der Stromversorgung in Deutschland nach dem Ausbauszenario der Erneuerbaren-Energien-Branche", IWES 2009 (im Cache)
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Glättung der Stromproduktion durch deutsche Pumpspeicher.
In diesem Zusammenhang von Interesse:
Olav Hohmeyer, Universität Flensburg, Studie der Universität Flensburg im Auftrag von LichtBlick, 25.8.2010 (im Cache)
Sachverständigenrat für Umweltfragen, "Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung", Sondergutachten, Januar 2011.
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M. Sterner et al., "Energiewirtschaftliche Bewertung von Pumpspeicherwerken und anderen Speichern im zukünftigen Stromversorgungssystem" (Endbericht), Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, (IWES) Kassel, FuE-Bereich Energiewirtschaft und Netzbetrieb, Februar 2010 (im Cache) - (nach meiner Ansicht ein umfassendes Technik-Kompendium)
siehe auch: |
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M. Sterner, "Bioenergy and renewable power methane in integrated 100% renewable energy: Limiting global warming by transforming energy systems", Dissertation, Universität Kassel, Kassel University Press, 2009
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3. Umweltbundesamt
Thomas Klaus, Carla Vollmer, Kathrin Werner, Harry Lehmann, Klaus Müschen, "Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen", Juli 2010 (im Cache)
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Es wird ein System von im wesentlichen
vorgeschlagen. Damit ist es möglich, die Last jederzeit auf einem Niveau der Versorgungssicherheit von 99% mit nationalen Kapazitäten zu decken.
Nach dem Konzept der gesicherten Leistung sind zusätzlich Backup-Kraftwerke mit 14 GW gesicherter Leistung erforderlich, die jedoch in der stundenweisen Simulation während der betrachteten vier Jahre nie eingesetzt werden.
Primer von J. Gruber |
Version: 2.9.2011