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by Joachim Gruber


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"frischer und abgebrannter Leichtwasserreaktor-Brennstoff kann dafür benutzt werden, das vertragswidrige Waffenprogramm einer Nation beträchtlich zu beschleunigen."1 "fresh and spent LWR fuel can be used to accelerate a nation's illicit weapons program significantly."1

"Einige Schätzungen deuten an, daß 40 Länder oder mehr jetzt das Wissen haben, Nuklearwaffen herzustellen, was bedeutet, daß, wenn sie das notwendige spaltbare Material haben - hochangereichertes Uran oder Plutonium-, wir im wesentlichen von dem fortgesetzten guten Absichten dieser Länder abhängen, Absichten, die wiederum gegründet sind auf deren Einschätzung ihrer Sicherheit oder Unsicherheit, und diese könnte daher einem raschen Wandel unterworfen sein. Es ist klar, der Sicherheitsrahmen, den dies setzt, ist dünn und besorgniserregend."2

"Some estimates indicate that 40 countries or more now have the know-how to produce nuclear weapons, which means that if they have the required fissile material - high enriched uranium or plutonium - we are relying primarily on the continued good intentions of these countries, intentions which are in turn based on their sense of security or insecurity, and could therefore be subject to rapid change. Clearly, the margin of security this affords is thin, and worrisome."2

"Wenn man erkennt, daß Kernenergie und Kernwaffen untrennbar miteinander verbunden sind, dann ist die einzige rationale Schlußfolgerung, Kernenergie abzulehnen...
Kein Konzept der Kontrolle und Überwachung der Produktion, des Transports und der Verwendung von nuklearem Waffenmaterial kann jemals 100 Prozent [Sicherheit] garantieren, und der einzige Weg, das Risiko von Entwendung oder Diebstahl durch Terroristen auszuschließen, ist, die Materialien selbst zu eliminieren, was bedeutet: 'Keine Kernenergie'" 3

"In recognising that nuclear power and nuclear weapons are inextricably linked the only rational conclusion is to reject nuclear power...
No notion of controlling and safeguarding the production, transport and use of nuclear weapons materials can ever be one hundred percent guaranteed, and the only way to eliminate the risk of diversion or theft by terrorists is to eliminate the materials themselves which means no nuclear power."3

1Victor Gilinsky. Marvin Miller, Harmon Hubbard, A Fresh Examination of the Proliferation Dangers of Light Water Reactors, October 22, 2004, The Nonproliferation Policy Education Center, Washington, DC, USA (in cache, May 26, 2006).
2Mohamed ElBaradei, Nuclear Non-Proliferation: Global Security In A Rapidly Changing World, Statements of the Director General, Carnegie International Non-Proliferation Conference, 21 June 2004, Washington, DC, USA. (in cache, September 26, 2006
3Blix calls for removal of US nuclear weapons from Europe, Greenpeace News, 1 June 2006 (cache, 17 Oct. 2006)


Nuklearer Iran: Eine transatlantische Kulturkollision (Culture Clash)

Unsere Verantwortung für den Frieden

In unserer Sorge um den Frieden könnten wir Deutsche unserer demokratischen Verpflichtung genügen, die Angelegenheiten im eigenen Land zu kontrollieren. Es ist nicht sinnvoll, unser politisches Engagement darauf zu konzentrieren, Argumente von Amerikanern zu wiederholen, mit welchen sie -ihrer Bürgerpflicht entsprechend- ihre eigene Administration kritisieren. Auf unsere Politik haben wir deutsche Bürger wesentlich mehr Einfluß als auf die amerikanische.

Beispielsweise Brasilien, Pakistan, Libyen, den Irak und den Iran hat Deutschlands Forschung und Industrie mit Unterstützung der politischen Exekutive seit Jahrzehnten maßgeblich aufgerüstet, sehr häufig unter Verletzung des Nuklearen Atomsperrvertrags (NPT), ohne daß sich die deutsche Öffentlichkeit die daraus resultierende Verantwortung und Gefahr für den Weltfrieden bewußt macht. (Tradition der Ablehnung des NPT in Deutschland)

"Der Vertrag zwischen dem Bundesforschungs-Ministerium und der Iranischen Atomenergieorganisation (AEOI) gilt als diplomatische Altlast. ... Zuletzt hätte der Vertrag im Jahr 2002 aufgehoben werden können. Doch die Bundesregierung ließ die Kündigungsfrist bewusst verstreichen. Der deutsch-iranische Atomvertrag war somit verlängert bis Ende 2007. Nun steht der Iran wegen seines umstrittenen Atomprogramms vor dem Weltsicherheitsrat und die Bundesrepublik ist immer noch vertraglich dazu verpflichtet, die Entwicklung der Kerntechnik im Iran zu fördern.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich laut Artikel 1 des Vertrags auf

  • 'wissenschaftliche und technologische Forschung und Entwicklung,
  • Planung,
  • Errichtung und
  • Betrieb von Kernkraftwerken, sonstigen kerntechnischen Anlagen und Forschungseinrichtungen,
  • Ausbildung und Schulung wissenschaftlichen und technischen Personals,
  • Kernkrafttechnologie' und
  • vier weitere Punkte.
Umgesetzt wird diese Kooperation laut Artikel 2 durch
  • 'Austausch von Informationen,
  • Austausch von wissenschaftlichem und technischem Personal (...)
  • Übernahme oder Vermittlung von Beratungs- und anderen Leistungen,
  • Durchführung gemeinsamer oder koordinierter Forschungs-, Entwicklungs- und sonstiger kerntechnischer Vorhaben.'"
(Quelle: "Know-How-Abfluss" in Irans Atomprogramm, tagesschau.de, 27.3.2006, im Cache)
Wir könnten z.B.
  1. darauf hinwirken, daß sich in unserem Land eine Kultur der Ausfuhrkontrolle von Hochtechnologie bildet, wie sie z.B. auf dem nuklearen Sektor in den USA in den vergangenen 5 Jahrzehnten entwickelt wurde. Johannes Schmalzl, Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz Baden-Württemberg, hält sie für unzureichend.
    "Wir können nicht auf der einen Seite die Proliferation strafrechtlich sanktionieren und uns auf der anderen Seite vertraglich dazu verpflichten", sagte Schmalzl in einem ARD-Interview (im Cache), das am Dienstag auf "tagesschau.de" veröffentlicht wurde. Auf der Grundlage eines Vertrages aus den 70er Jahren sammle Teheran "gezielt" mit Hilfe von Austauschwissenschaftlern Fachwissen aus den Bereichen Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik.
    (Quelle: Iran:Now, Johannes Schmalzl: Deutscher Verfassungsschützer fordert Ende der Kooperation mit Iran, 29.3.2006)
  2. unseren Außenminister auffordern, uns ausreichend Informationen über seine Arbeit in der mit den Iran-Verhandlungen befaßten Gruppe "EU-Three" (zusammengesetzt aus den Außenministern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens) zu liefern. (E3/EU - Iran Agreement, im Cache)

    Möchten Sie dem deutschen Außenministerium Ihre Meinung dazu mitteilen?
    Hier ist das Formular dafür. Den Entwurf einer transatlantischen Übereinkunft ("Compact between the United States and Europe", im Cache) könnten Sie als Vorlage für eine Mitteilung an unseren Außenminister nehmen. Dieser Entwurf wurde seinem Ministerium im Februar 2005 auf diplomatischen Wege zugestellt.

  3. analoge Aktivität gegenüber unserer Regierung entwickeln wie mehr als 1900 Wissenschaftler (größtenteils amerikanische Physiker) gegenüber der amerikanischen Regierung.
    "Thirteen of the nation's most prominent physicists have written a letter to President Bush, calling U.S. plans to reportedly use nuclear weapons against Iran "gravely irresponsible" and warning that such action would have "disastrous consequences for the security of the United States and the world".

    "The letter was initiated by Jorge Hirsch, a professor of physics at the University of California, San Diego, who last fall put together a petition signed by more than 1,800 physicists that repudiated new U.S. nuclear weapons policies that include preemptive use of nuclear weapons against non-nuclear adversaries (http://physics.ucsd.edu/petition/, im Cache). Hirsch has also published 15 articles in recent months (http://antiwar.com/hirsch/) documenting the dangers associated with a potential U.S. nuclear strike on Iran."

    Quelle: Prominent U.S. Physicists Send Letter to President Bush, Physorg, Newsletter, Physics: April 17, 2006.

    Über diese Nachricht gibt es Diskussionsbeiträge im PhysOrgForum unter dem Titel: 'action versus inaction'

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Hintergrundmaterial

Iran's NPT Violations: Numerous and Possibly On-Going?

by David Albright and Jacqueline Shire
September 29, 2006. View the Issue Analysis with a list of specific NPT violations and other unresolved issues at http://www.isis-online.org/publications/iran/irannptviolations.pdf

Persuading Iran to halt or suspend temporarily its uranium enrichment activities continues to be the focus os intense diplomatic activity. Security Council members are now discussing what next steps, if any, the body will take as it seeks to give teeth to its calls on Iran to suspend enrichment and comply with both Security Council and International Atomic Energy Agency (IAEA) resolutions. It is useful in this context to understand clearly the substance of Irans violations of the Nuclear Non-Proliferation Treaty (NPT), and to identify past violations and areas of continuing concern to the IAEA.

Despite several IAEA resolutions that found Iran in violation of the NPT and its related safeguards agreement, Iran's leadership has sought to underplay or deny outright these charges. As recently as September 21, on CNN, Iranian President Ahmadinejad denied Iran was guilty of violations of the NPT: ÒThey have to tell us exactly what provisions of the NPT theyre speaking of which they believe we have not abided by. Theres no such caseÉ.Ó

The history of Iran's nuclear program is a long one, dating to the 1950s, aimed at developing the full nuclear fuel cycle in Iran. Iran's main NPT and safeguards violations relate to undeclared activity dating from the mid-1980s into 2003.

  • In late 2002 or early 2003, under intense international pressure, Iran's leadership made the decision to issue extensive declarations to the IAEA and the public about its nuclear program. Its initial declarations to the IAEA revealed violations of its safeguards agreements and contained commitments to take corrective actions.
  • At the same time, the Iranian Atomic Energy Organization (AEOI) tried to hide a number of past nuclear activities and sites, which the IAEA uncovered during the spring and summer of 2003.
  • In October 2003, the Iranian leadership decided to provide a new corrected, more detailed declaration about its nuclear activities.
  • Nonetheless, within a few months, the IAEA identified additional undeclared parts of the Iranian nuclear program and encountered problems in obtaining Iran's cooperation in resolving a number of issues.
  • Over the following years the IAEA has continued to seek answers to these questions with mixed success, often raising new issues in the process.
The purpose of this report is to explain Iran's violations of its safeguards agreement and major unresolved safeguards issues.

View the Issue Analysis with a list specific NPT violations and other unresolved issues at http://www.isis-online.org/publications/iran/irannptviolations.pdf

For more information contact Jacqueline Shire or David Albright at 202-547-3633 with any comments or questions.

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Institute for Science and International Security (ISIS)
236 Massachusetts Ave. NE, Suite 500
Washington, DC 20002


  1. Bericht aus Washington: Irreführende Übersetzung

    If = when

    Condoleezza Rice, (zur Zeit ihrer Rede designierte) Außenministerin der USA:

    "If the Europeans are unable to get satisfactory understanding with the Iranians about their international obligations, ...."
    (Quelle: Confirmation Hearing of Condoleeza Rice, New York Times, January 18, 2005. Transcript, cache)
    Siegfried Buschschlüter, Korrespondent des Deutschlandfunk in Washington:
    "Im Klartext: Die Bush-Administration geht davon aus, daß die Verhandlungen zwischen den Außenministern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens und dem Iran scheitern.
    (Quelle: Buschschlüter, Siegfried, "Condoleeza Rice", Confirmation Hearing of Condoleeza Rice, Programm: Deutschlandfunk, Sendung: Informationen am Mittag, Sendezeit: 19.01.2005 13:11, cache, Mitschrift)

    not militarily = durch eine kurzfristige Militäraktion

    And = Oder

    Joseph Biden, US-Senator (Demokrat, Delaware):

    "Seymour Hersh wrote in the New Yorker that the

    'hawks in the Pentagon, in private discussions, have been urging a limited attack on Iran, because they believe it could lead to the toppling of the religious leadership.'

    I'm not asking you whether there's any discussion about an attack. But do you believe that it is possible to topple the quote religious leadership in Iran, and by any short-term military action? And is that a goal, not militarily, is it a goal of the United States to change the regime in Iran?" [end of quote is missing, emphasis added by J. Gruber]
    (Quelle: Confirmation Hearing of Condoleeza Rice, New York Times, January 18, 2005.
    Transcript, cache)

    Siegfried Buschschlüter:
    "Unter Hinweis auf Seymour Hershs Artikel im New Yorker wollte der demokratische Senator Jo Biden wissen, ob die Regierung wirklich glaube, daß es möglich sei, die religiöse Führungsspitze des Iran durch eine kurzfristige Militäraktion auszuschalten, oder anders gefragt: ob Regimewechsel im Iran das Ziel der Regierung sei."
    (Quelle: Buschschlüter, Siegfried, "Condoleeza Rice", Confirmation Hearing of Condoleeza Rice, Programm: Deutschlandfunk, Sendung: Informationen am Mittag, Sendezeit: 19.01.2005 13:11. cache, Mitschrift)

    Möchten Sie Siegfried Buschschlüter Ihre Meinung dazu wissen lassen?

    S. M. Hershs Artikel im New Yorker

    In diesem Artikel berichtet Seymour Hersh über Diskussionen unter Fachleuten, welche von der US-Administration initiiert wurden. Er wird von der Berliner taz (Tageszeitung) vom 10. April 2006 fälschlicherweise unter der Überschrift: "USA erwägen den Einsatz von Atomwaffen" ( im Cache) referiert.

    Mein Kommentar: Wenn ein Journalist über ein politisches Hearing in den USA berichtet, geht es nicht darum, was die USA nach Meinung des Korrespondenten oder anderer beabsichtigen, sondern was tatsächlich gesagt wurde. Wenn die Formulierungen des Korrespondenten unvoreingenommen und fair sind, kann sich der Hörer selbst ein Bild davon machen. Dazu müssen, wie es Siegfried Buschschlüter in der Vergangenheit meist machte, englisches Original und deutsche Übersetzung nebeneinandergestellt werden. (mehr)

  2. Keine ausreichende Informationen
    Die Website des deutschen Außenministeriums (Stand: Februar 2005)
    1. gibt keinen Aufschluß über die Qualität des deutschen Beitrags zur Lösung des Iran-Problems.
    2. hat keinen Teil, der z.B. auf in der Forschung ausgearbeitete Lösungsansätze zum Iran-Problem verweist,
      Beispiele für solche Forschung in den USA
    3. liefert mit seiner Suchmaske nichts zur aktuellen Iran-Problematik.


  3. DER SPIEGEL 4/2005
    Einseitige Berichterstattung
    Januar 2005: Die NPT-orientierte Politik der USA (Beispiele in The Role of the United States As Compared to That of Germany) wird in Deutschland zur Kriegsgefahr uminterpretiert. Der Beitrag Deutschlands zur Weiterverbreitung von Nuklearwaffentechnologie wird ignoriert.
    Januar 2006: Die EU-Three (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) konnten mit ihren NPT-Verhandlungen nichts erreichen, haben dem Iran ein weiteres Jahr unkontrollierter Nuklearentwicklung eingeräumt und empfehlen nun dasselbe, was den USA Januar 2005 vorgeworfen wurde.
    Frankreichs Staatspräsident spricht vom Gebrauch der Atombombe gegen terroristische Staaten (im Cache, in Nachrichten).

    Politisch korrekte Einseitigkeit des SPIEGEL?
    In ihrem Interview mit IAEA Generalsekretär ElBaradei (DER SPIEGEL 8/2005 - February 21, 2005, im Cache) beklagt einer der Spiegeljournalisten die Weiterverbreitung von sensitiver Nukleartechnologie durch Pakistan, ohne zu erwähnen, daß Deutschland (mit Unterstützung des damals von den Freien Demokraten geführten Außenministeriums) in den 1980ern unter Bruch des Nichtweiterverbreitungsabkommens (des Nuclear-Non-Proliferation-Treaty, NPT) Pakistan mit Technologie zur Urananreicherung versorgt hat. Deutschland war damals das Zentrum eines internationalen Verteilungsnetzes von Anreicherungstechnologie.
    "One 1986 interoffice memo penned by an Economics Ministry official said that U.S. communiques warning of planned nuclear exports to South Asia `usually land in my wastepaper basket.'" (Zitat aus U.S. Repeatedly Warned Germany on Nuclear Exports to Pakistan, Nuclear Fuel, Mar. 6, 1989 (im Cache))

  4. Iran Watch Logo
    Iran: Aufbau von waffenfähiger Nukleartechnologie - Berechtigung bei Transparenz
    1. Ekeus, R, Fraley, S K, Sigler, J, Taylor,T, Winsley, M, IranWatch Roundtable, Febr. 16, 2005 (in cache).

      Die Rondtable macht insbesondere folgende Aussagen:

      • (1) Sorgen um das Überleben seines, des Iran, Regimes im Falle eines nuklearen Wettrüstens im Nahen Osten könnte die Basis eines Sicherheitsarguments gegen eine nukleare Option darstellen, wenn ein glaubwürdiger Sicherheitsschirm von außen angeboten würde. (Quelle: Roundtable)

        "We're in a dangerous neighborhood. We believe Israel has nuclear weapons. Russia has nuclear weapons. Pakistan has nuclear weapons. India has nuclear weapons. Others are seeking nuclear weapons. Why are we not entitled to nuclear weapons? And there's no umbrella or guarantee coming from any nuclear power for us." (Quelle: US Senator Joseph Biden, in "Confirmation Hearing of Condoleeza Rice", New York Times, January 18, 2005. Transcript, in cache)
      • "(2) [J]ede endgültige Vereinbarung muß beeinhalten, daß der Iran seine Brennstoffkreislauf-Einrichtungen aufgibt und verifizierbar abbaut. Es [gibt] keine annehmbare Methode, die Inspektionen im Iran durchzuführen, wenn er solche Anlagen behielte: die Last der Inspektionen würde entweder für den Iran unannehmbar oder würde unzureichende Zusicherung für den Westen bringen." (Quelle: Roundtable)

        [Zur Information: Wegen der Ungenauigkeiten der Messung (Bilanzierung) der Uran- und Plutonium-Inventare und -Ströme in großtechnischen Anlagen des nuklearen Brennstoffkreislaufs können -unbemerkt von der Buchhaltung- Mengen abgezweigt werden, die für einige wenige Bomben ausreichen:

        1. "Insufficient material accounting measures" aus: Scheinman, L, The International Atomic Energy Agency And World Nuclear Order, Resourcess for the Future, Washington, DC, 1987.
        2. Missing plutonium 'just on paper'", BBC News, Febr. 17. 2005. ]

        "Die Absage an Brennstoffkreislauf-Anlagen würde sicherstellen, daß der Iran keine der zwei notwendigen Bestandteile zur Ausrüstung einer nuklearen Waffe herstellt: hoch-angereichertes Uran und Plutonium. Keines dieser Elemente ist für ein ziviles Kernenergieprogramm nötig." (Quelle: Roundtable)

    2. de Bellaigue, C, Bush, Iran & the Bomb, New York Review of Books, 52, Number 3, February 24, 2005. (mehr)

    3. Berger, L und Kaim, M, Hess. Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Zeit für einen Paradigmenwechsel. Die Iran-Politik der Europäischen Union ist in einer Sackgasse gelandet, Raketenabwehrforschung International, Bulletin No. 51 (Winter 2004/05), Frankfurt am Main 2005. (im Cache)
    4. Elmar Brok (Vorsitzender des aussenpolitischen Ausschusses des Europa-Parlaments): Iran muss glaubwüdiges Angebot unterbreiten, Iran soll Kontrolle des Atomprogramms vor Ort zulassen. Moderation: Birgit Kolkmann, Deutschlandradio Kultur, 14.5.2005
      ... Kolkmann: Hat also das Angebot der EU, bei Technologie, Handel und Politik zusammenzuarbeiten, wenn nicht weiter gearbeitet wird am Atomprogramm, einfach nicht gezogen?

      Brok: Nun soll man jetzt das Spiel noch nicht aufgeben und versuchen, das noch hinzubekommen. Aber es scheint mir klar zu sein, dass Iran wissen muss, dass auch Geduld ein Ende haben kann und dass es durchaus möglich ist, dass man den Sicherheitsrat einberuft, um in diesem Bereich voranzukommen, denn, wenn der Zeitgewinn genutzt wird, um wirklich ins militärische Programm zu gehen, dann haben wir in der gesamten Region ein Problem.

      Kolkmann: Die Drohung, das vor den Weltsicherheitsrat zu bringen, kommt ja vor allen Dingen von den USA, die wollen das ja schon länger. Kommt es jetzt darauf an, dass die EU mit den USA an einen Strick zieht?

      Brok: Wir müssen deutlich machen, dass am Ende des Tages das - in den Sicherheitsrat hineingehen - auch eine Option ist. Und dass deswegen Teheran wissen muss, dass sie jetzt schnell mit konkreten Vorschlägen kommen muss, um eine friedliche Lösung zustande zu bringen und dass es auch wirklich notwendig ist, in der Nuklearfrage voranzugehen, wenn man beispielsweise im Bereich der wirtschaftlichen Kooperation, des Kooperationsvertrages mit der Europäischen Union vorankommen will. Man kann nicht nur das eine Spiel spielen und dann das andere noch haben.

      Kolkmann: Welche konkreten Vorschläge erwarten Sie von Teheran?

      Brok: Dass sie wirklich Verpflichtungen eingehen, die kontrollierbar sind. Dass sie keine weitere Vorgehensweise im Nuklearprogramm haben, die ihnen die Möglichkeit gibt, militärisch fähig zu werden.

      Kolkmann: Das heißt: Kontrollen zulassen, im Land?

      Brok: Kontrollen müssen im Land zugelassen sein, so wie das die Internationale Atombehörde ja in allen Ländern tut. Dies ist eine Frage, die alle Länder, die den Atomsperrvertrag unterzeichnet haben, durchführen müssen, und dieses muss dann auch der Iran zulassen.

  5. Brookings Institution
    US-EU Compact
    In einem Entwurf einer diplomatischen Übereinkunft schlagen 55 Experten in Außen- und Sicherheitspolitik eine konkrete transatlantische Kooperation bei den akuten Problemen vor.

    Philip H. Gordon (Director, Center on the United States and Europe, and Senior Fellow, Foreign Policy Studies, Brookings Institution) and Charles Grant (Director, Centre for European Reform)
    "A concrete strategy for mending fences",
    International Herald Tribune, February 17, 2005 (in cache)

    The "Compact between the United States and Europe", signed by 55 prominent foreign policy and national security experts from both sides of the Atlantic and drafted in the form of a diplomatic agreement between the two sides, offers specific policy recommendations for dealing with most of the key strategic challenges of the day.


  6. Menschliches Vertrauen, gegenseitige Offenheit und Einigkeit
    als unerläßliche Voraussetzung
    für den Frieden im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen
    Thomas Jefferson

    "I know no safe depository of the ultimate powers of the society but the people themselves, and if we think them not enlightened enough to exercise that control with a wholesome discretion, the remedy is not to take it from them, but to inform their discretion."

    Niels Bohr

    "The very fact that knowledge is itself the basis of civilization points directly to openness as the way to overcome the present crisis."

    J. Robert Oppenheimer J. Robert Oppenheimer
    Speech to the Association of Los Alamos Scientists, Los Alamos, New Mexico, USA
    November 2, 1945

    (in Cache)

    ... [I]n this field, because it is a threat, because it is a peril, and because it has certain special characteristics, ..., there exists a possibility of realizing, of beginning to realize, those changes which are needed if there is to be any peace.

    Those are very far-reaching changes. They are changes in the relations between nations, not only in spirit, not only in law, but also in conception and feeling. I don't know which of these is prior; they must all work together, and only the gradual interaction of one on the other can make a reality. I don't agree with those who say the first step is to have a structure of international law. I don't agree with those who say the only thing is to have friendly feelings. All of these things will be involved.

    ...

    Now, this is not an easy thing, and the point I want to make, the one point I want to hammer home, is what an enormous change in spirit is involved. There are things which we hold very dear, and I think rightly hold very dear; I would say that the word democracy perhaps stood for some of them as well as any other word. There are many parts of the world in which there is no democracy. There are other things which we hold dear, and which we rightly should. And when I speak of a new spirit in international affairs I mean that even to these deepest of things which we cherish, and for which Americans have been willing to die -- and certainly most of us would be willing to die -- even in these deepest things, we realize that there is something more profound than that; namely, the common bond with other men everywhere. It is only if you do that that this makes sense; because if you approach the problem and say, "We know what is right and we would like to use the atomic bomb to persuade you to agree with us," then you are in a very weak position and you will not succeed, because under those conditions you will not succeed in delegating responsibility for the survival of men. It is a purely unilateral statement; you will find yourselves attempting by force of arms to prevent a disaster. ...



     

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Who's the Most Biased?
A Surprising Answer.

        It's not surprising that a German NGO would conclude that American TV covered the Iraq war with a heavy bias in favor of George W. Bush and the allies. But in a report due out next month [January 2004], Bonn-based Medien Tenor compares coverage from a half-dozen nations, and finds that Germany's newscasts were the most biased of all. (The study also looked at British, Czech and South African TV, plus Qatar-based Al-Jazeera.) Medien Tenor slams German TV for

  • describing Bush, Tony Blair and Saddam Hussein in equally negative terms,
  • making no distinction between dictatorship and democracy, and
  • showing little beyond Baghdad bombs and civilian casualties.
Study author Roland Schatz describes the newscasts collectively as a one-sided "infotainment of gruesomeness".

        The Germans can claim to be responding to public opinion. The percentage of citizens who consider America Germanyâs best friend has dropped from 50 in 1998 to only 11 percent today. But, says Robert von Rimscha, senior editor at the Berlin daily Der Tagesspiegel, leading journalists and intellectuals have hijacked the Iraq debate to help in "defining a European identity based on opposition to America". For many Germans, staunch pacifism and identification with innocent civilians is also an easy way to take the moral high ground. Never have so many Germans said they feel "proud to be German again". In such an environment, itâs next to impossible for Berlin to change course and help on Iraq, even if it wanted to. The legacy of this divide could be with us long after the headlines quiet down.
        -- Stefan Theil, Newsweek 15. Dec. 2003

Sources:

(of related interest: Stefan Theil, "Ostrich Politik", Newsweek, 14. Febr. 2005: What's Germany doing about it? Not much. And that's smart politics.

Wer ist am stärksten voreingenommen?
Eine überraschende Antwort.

Es ist nicht überraschend, wenn eine deutsche Hilfsorganisation zu dem Schluß kommt, daß das amerikanische Fernsehen den Irak-Krieg mit einer deutlichen Voreingenommenheit für George W. Bush und die Aliierten darstellt. Aber in einem Bericht, der im nächsten Monat [Januar 2004] erscheinen wird, vergleicht der in Bonn beheimatete Medien Tenor die Berichterstattung in einem halben Dutzend Nationen und findet, daß Deutschlands Radio- und Fernsehausstrahlungen die am meisten voreingenommen von allen waren. (Die Studie betrachtete auch britisches, tschechisches und südafrikanisches Fernsehen, plus Al-Jazeera in Quatar). Medien Tenor kritisiert deutsches Fernsehen dafür, daß es

  • Bush, Tony Blair und Saddam Hussein in gleich negativen Worten charakterisiert.
  • keine Unterscheidung macht zwischen Diktatur und Demokratie und
  • kaum mehr zeigt als Bomben in Bagdad und zivile Opfer.
Der Autor der Studie, Roland Schatz, beschreibt die Ausstrahlungen kollektiv als einseitiges "Infotainment mit und über Greuel".

Die Deutschen können für sich in Anspruch nehmen, daß sie auf die öffentliche Meinung reagieren. Der Bruchteil der Bürger, der Amerika als Deutschlands besten Freund betrachtet, ist von 50 % im Jahre 1998 auf nur 11 % heute gefallen. Aber, so sagt Robert von Rimscha, Leiter der Parlamentsredaktion des Berliner Tagesspiegel, leitende Journalisten und Intellektuelle haben die Irak-Debatte mit Gewalt umgeleitet, um dabei zu helfen, "eine auf Opposition zu Amerika basierte europäische Identität zu definieren". Für viele Deutsche ist Erzpazifismus und Identifikation mit unschuldigen Zivilisten auch ein leichter Weg in die moralische Überlegenheit. Nie haben so viele Deutsche gesagt, sie seien wieder "stolz, Deutsche zu sein". In einem solchen Umfeld ist es fast unmöglich für Berlin, den Kurs zu ändern und im Irak zu helfen, selbst wenn es das wollte. Das Vermächtnis dieses Bruchs [der Meinungen] könnte uns begleiten, noch lange nachdem die Schlagzeilen sich wieder beruhigt haben.
        --Stefan Theil, Newsweek 15. Dec. 2003

html-editing and translation into German: Joachim Gruber
version:15.12.2003




Version: 27. November 2011
Kontakt: Joachim Gruber
URL: http://www.acamedia.info/politics/index.htm